Fußbodenheizungen - Informationen & wichtiges Hintergrundwissen

Eine Fußboden- oder Flächenheizung ist eine sog. Niedrigtemperaturheizung. Je nach Gebäude, Isolierwert und persönlichem Empfinden, reichen im Durchschschnitt bereits 22 – 24 °C an der Oberfläche um ein angenehmes Raumklima zu schaffen. Menschen, die gern barfuß oder zumindest gerne ohne Schuhe in den eigenen 4 Wänden unterwegs sind, schätzen die angenehme Wärmestrahlung.

Wohlbefinden, Vorteile & Nachteile einer Fußbodenheizungen

Das eigene Wohlbefinden ist von vielen Faktoren abhängig. Die Raumtemperatur spielt hier natürlich die Hauptrolle! Ein Warmer Fußboden sorgt dafür, dass warme Luft von unten nach oben steigt, wodurch man im wahrsten Sinne des Wortes einen „kühlen Kopf“ bewahrt. Betrachtet man die Funktionsweise einer Fußbodenheizung physikalisch, erschließt sich dies schnell. Warme Luft steigt nach oben und kühlt im Lauf des Aufstiegs langsam ab. Da sich die Wärmequelle im Boden befindet, hat die Warme Luft die Möglichkeit, den kompletten Raum gleichmäßig zu erwärmen. Dies wird als zweites dadurch bewirkt, dass die Heizfläche selbst sich über den kompletten Fußboden erstreckt. Somit umgeht man im Vergleich mit handelsüblichen Heizkörpern das Problem, einer oder zwei zentralen Wärmequellen mit geringerer Oberfläche, welche im Verhältnis wesentlich mehr Heizleistung benötigen, um den kompletten Raum zu erwärmen.

Verschiedene Varianten der Fußbodenheizung
Warmwasser Fußbodenheizung

Warmwasser Fußbodenheizung

elektronische Warmwasserfußbodenheizung

elektronische Warmwasser-Fußbodenheizung

elektrische Fußbodenheizung

elektrische Fußbodenheizung

 

Grundsätzlich gilt:
Je niedriger die Temperatur der Heizfläche und je höher der Anteil der Strahlungswärme, desto größer die thermische und subjektiv empfundene Behaglichkeit.

Energiebedarf des Raumes berechnen

Bevor man beschließt, eine Fußbodenheizung, egal ob elektrisch oder warmwasser, zu verbauen, bedarf es unbedingt der Berechnung des Energiebedarfs des jeweiligen Raumes! Diese sogenannte „Wärmebedarfsberechnung“ ist genormt und unter der DIN EN 12 831 "Heizungsanlagen in Gebäuden, Verfahren zur Berechnung der Heizlast" zu finden.


(Download: https://www.tu-cottbus.de/LSTA/_downloads/DIN12831_SuR.pdf)
(Bildquelle: www.tu-cottbus.de)

Bei der Berechnung des Wärmebedarfs fließen Faktoren von der hydraulischen Anbinung, der Einstellung des Heizkessels, Isolation des Raumes/Hauses, Transmissionsverluste, Lüftungswärmeverluste bis hin zum Fugenkorrekturfaktor ein.

Wir empfehlen jedem Heimwerker, sich unbedingt von einem Profi helfen zu lassen, da man sonst Gefahr läuft, zu hohe Heizkosten zu produzieren oder einen generell zu kühlen oder zu warmen Raum, selbst bei optimaler Einstellung, zu erhalten.

Warmwasser Fußbodenheizung - Voraussetzungen / Bestandteile / Bauteile

Bei einer Warmwasser-Fußbodenheizung wird das Wasser des Heizkessels, wie bei einer Heizung mit Heizkörpern, zur Erwärmung des Raumes genutzt. Wie der Name schon sagt, wird als Heizfläche der Fußboden genutzt. Der Vorteil liegt hier ganz klar in der gleichmäßigen Verteilung der Heizleistung auf den kompletten Raum, während man bei Heizkörpern einen oder mehrere sehr zentrale Wärmequellen im jeweiligen Raum zur Verfügung hat.

In unserem Sortiment finden Sie Warmwasser-Fußbodenheizungen oder elektrische Fußbodenheizungen in verschiedenen Ausführungen und Regelelementen

Als Voraussetzung für eine Fußbodenheizung bedarf es als erstes einem planebenen und tragfähigem Untergrund. Sollten Sie sich unsicher sein, befragen Sie unbedingt einen Statiker oder schließen Sie sich mit Ihrer Hausverwaltung kurz.

Stimmen die Gegebenheiten, benötigt man Dämmplatten, Randdämmstreifen (bei elektrischer Fußbodenheizung min. 10mm stark), Klebeband, Tackermontagegerät mit Ankerclips, Heizungsrohr, einen Heizkreisverteiler samt Verteilerkasten, eine Rohrschneideschere und Zubehörteile für die Verbingung der Rohre zum Verteiler.

Mögliche Bodenbeläge

Der Vorteil der Fußbodenheizflächen liegt, neben der besonders effizienten Wärmeabgabe vor allem in der Vielzahl der möglichen Fußbodenbeläge. Gerade bei der Sanierung eines Altbaus finden sich hier eine Vielzahl von positiven Aspekten wie z.B. dem Erhalt des Stils dank Trockenverlegesystem und Rohrsysteme, die eine maximale Höhe von 50mm erreichen.

Ob der Bodenbelag für die Nutzung einer Fußbodenheizung geeignet ist, erkennen Sie immer am dafür vorgesehenem Sigel, welches vom Hersteller ausgegeben wird.

Folgende Fußbodenbeläge sind für eine Fußbodenheizung zu empfehlen:

  • Platten
  • Naturstein
  • Betonstein
  • Textilbeläge
  • PVC
  • Linoleum
  • Parkett
  • Kork
  • keramische Fließen

Beachten Sie beim verkleben des Fußbodenbelages unbedingt darauf, temperaturbeständige Kleber zu verwenden! Je nach Fußbodenbelag reagieren Räume unterschiedlich auf eine Erhöhung der Temperaturvorgabe, da die Wärmeabgabe durch den Boden über Teppiche stärker beeinflusst wird, als zum Beispiel über Naturstein. Beachten Sie hierzu bitte unbedingt die unten stehenden Normen für Fußbodenheizung und Fußbodenbeläge!

Bei der Installation der Fußbodenheizung gibt es verschiedene Mittel und Wege. Gängig ist nach der Verlegung der Heizrohre die Einbettung mittels Fließestrich. Dies ist unkompliziert, garantiert den Schutz der Leitungen im Fußboden und sorgt zugleich für eine gleichmäßige Wärmeabgabe.

Die wichtigsten Normen für Fußbodenheizung und Fußbodenbeläge sind:

  • DIN EN 1264 Raumflächenintegrierte Heiz- und Kühlsysteme
  • DIN 18560 Estriche im Bauwesen
  • DIN V 44576 Elektrische Fußboden-Speicherheizung+Direktheizung

Heizlast des Raumes berechnen

Um Wärme an den Raum abzugeben bzw. im Kühlfall vom Raum aufgenommen werden kann, ist der Wämredurchlasswiderstand des Bodenbelages auf ein Maximum von R = 0,15 m² K/W zu begrenzen. Pro Raum ist dies der Ausgleich von Transmissionsverlusten (Wärmeverluste duch Bauteile wie Lüftungen, Fenster etc.) und ein Zuschlag, ausgekühlte Räume auf 20°C aufzuheizen. Bei Bädern gilt im Übrigen ein anderer Wert! Für einen korrekten Wert müssen ausgekühlte Bäder auf 24°C aufgeheizt werden.

Nachtabsenkung & Vorlauftemperatur

Nachtabsenkung, also das herunterfahren der Heizleistung in der Nacht, senkt deutlich die eigenen Heizkosten deutlich. In gut gedämmte Gebäuden oder Räumen bemerkt man diese nächtliche Absenkung kaum, was wiederum bedeutet, dass das Niveau des Heizenergiebedarfs sich nicht oder nur sehr geringfügig ändert. Doch ab wann sollte man die eigene Heizung wie lange herunter fahren oder abschalten?

Generell dient eine durchgehende Betriebsweise, dank Selbstregeleffekt, als vorteilhaft und steigert das Wohlbefinden im Raum erheblich. Eine durchgehende Betriebsweise ist, insofern der Raum ordentlich isoliert ist, keine Kältebrücken besitzt und auch auch die Heizung sich selbstregelnd nachts herunterfährt, auch über eine Dauer von zwei bis drei Tagen von Vorteil.
Sind die Räumlichkeiten nicht oder nur schlecht gedämmt oder weisen einen zu großen Luftaustausch auf, empfiehlt sich generell eine Absenkung, selbst über kurze Zeiträume um Heizkosten zu sparen. Jedoch gilt hier unbedingt zu beachten, dass das Heizsystem, insfoern es nicht über ein Schnellaufheizprogramm verfügt, rechtzeitig aktiviert wird. Dies gilt, unabhängig davon, ob man eine Flächen- / Fußbodenheizung oder normale Heizkörper nutzt.

Moderne Flächenheizungen verfügen i.d.R. über adaptive Einzelraumregelung, die Temperaturschwankungen automatisch kompensiert. Diese Regelung sorgt durch eine permanente Überwachung der Vorlauftemperatur dafür, dass man je nach Witterung und davon in Abhängigkeit von verschiedenen Außentemperaturen, welche sich wiederum auf die Innentemperatur des Raumes auswirken, ein gleichmäßiges Temperaturniveau pro Raum halten kann.
Generell ist bei einer Flächen- bzw. Fußbodenheizungen die Vorlauftemperatur sehr genug. Bei einer guten Dämmung reicht eine Vorlauftemperatur von maximal 35°C. Während der Heizperiode reichen im Durchschnitt weniger als 30°C. Somit werden die Verluste bei Bereitstellung und Verteilung maximal minimiert.

Alternativen / Erweiterungen Wandflächenheizungen

Laut Aussage des „Bundesverband Flächenheizungenund Flächenkühlungen e.V.“ stieg in den letzten Jahren der Marktanteil von Wandheizungen deutlich! Der Einsatz solcher, dem Prinzip der Fußbodenheizung entsprungenen Flächenheizungen für Hauswände (innen), bietet durch effizienten Einsatz, niedrigem Temperaturbedarf und optimaler Heizfläche für jeden Bauherren und stellt eine absolute Vernunftentscheidung dar und sind zudem mit regenerativen Energiequellen leicht zu koppeln.

Neben der Nutzung durch Solarenergie ist erscheint es nur sinnvoll bei einer Sanierung die Nutzung durch Solarkollektoren zu überlegen. Der Anteil der Solarenergie im Haushalt wird im wesentlichen durch folgende Faktoren bestimmt:

  • Relation zwischen Heizlast und Sonneneinstrahlung
  • Notwendige Heizleistung
  • Notwendiges/gewünschtes Temperaturniveau
  • Verhältnis des Wohnraumes zur Kollektorfläche

Der Jahresheizwärmebedarf eines Wohnhauses, welches nach der Energieeinsparverordnung von 2009(EnEV) benötigt wird, liegt ungefähr zwischen 20 bis 50 kWh/m2.

(Quelle: www.flaechenheizung.de)

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